Neues aus der Rubrik "Wunder der Natur": Im Männer-Hoden stecken wandlungsfähige StammzellenDer Hoden ist ein ebenso empfindliches wie kraftvolles Organ. Bis ins hohe Alter jedes Mannes produziert er Zellen, die (mit weiblicher Hilfe) zu einem Embryo führen können und neun Monate später zu einem Baby. Dass in Zellen aus dem Hoden ähnlich viel Potential steckt wie in Zellen von Embryonen, haben Forscher daher schon lange vermutet. Nun beweist eine Gruppe um Thomas Skutella von der Universität Tübingen: Es gibt im Hoden von Männern tatsächlich Zellen, die alle Gewebe des Körpers bilden können. (Foto: afp) Schon vor gut zwei Jahren hatten Gerd Hasenfuß und Wolfgang Engel von der Universität Göttingen solche Zellen in Mäusehoden entdeckt. Die Zellen waren "pluripotent" - sie verhielten sich also wie embryonale Stammzellen. Der Fund löste Begeisterung aus. Seither hofften Forscher in aller Welt, dass dies auch für Menschen gelten möge. Denn diese Zellen wären ein Ersatz für die embryonalen Stammzellen, welche zwar ethisch umstritten sind, aber auch heißbegehrt: Womöglich können solche Zellen eines Tages helfen, Krankheiten zu heilen, bei denen Gewebe kaputt gegangen ist - im Herzen etwa nach einem Infarkt, im Gehirn durch Parkinson oder im Rückenmark bei einer Querschnittslähmung. Embryonale Stammzellen können sich ebenso in Herzzellen verwandeln wie in Hirn- oder Nervenzellen. Dass auch Zellen aus dem Hoden von Männern dieses Potenti ...